Skalierung

Die 5 häufigsten Engpässe in wachsenden Unternehmen

Umsatz steigt, aber irgendwas bremst. Diese 5 Engpässe finden wir in fast jedem Unternehmen zwischen 10 und 100 Mitarbeitern.

28. Januar 2026 · 10 Min. Lesezeit

Das Symptom: Wachstum fühlt sich zäh an

Ihr Umsatz steigt. Ihr Team wächst. Aber irgendwie wird alles schwieriger statt einfacher. Mehr Mitarbeiter bedeuten mehr Abstimmung. Mehr Kunden bedeuten mehr Chaos. Mehr Umsatz bedeutet mehr Stress.

Das ist kein Zufall. Zwischen 10 und 100 Mitarbeitern durchlaufen Unternehmen die kritischste Wachstumsphase. Die informellen Strukturen, die am Anfang funktioniert haben, skalieren nicht mehr. Aber echte Systeme sind noch nicht etabliert.

In der Analyse von über 15 Unternehmen im DACH-Raum zeigen sich immer wieder dieselben 5 Engpässe.

Engpass 1: Übergaben zwischen Teams versickern

Das Problem: Marketing generiert Leads. Vertrieb soll abschließen. Operations soll liefern. Aber zwischen diesen Schritten geht Information verloren.

Typische Symptome:

  • Leads werden zu spät kontaktiert
  • Vertrieb hat nicht alle Infos, die Marketing gesammelt hat
  • Operations erfährt erst bei Projektstart, was der Kunde wirklich will
  • Kunden müssen sich wiederholen

Die Kosten: Jede schlechte Übergabe kostet Zeit, Nerven und oft den Deal. Ein verlorener Lead bedeutet 500-2.000 € verschwendetes Marketing-Budget. Ein unzufriedener Kunde bedeutet keine Weiterempfehlung.

Die Lösung: Definierte Übergabepunkte mit klaren Checklisten. Wer gibt wann welche Information an wen weiter? In welchem System? Mit welchem Trigger?

Engpass 2: Follow-ups hängen an Einzelpersonen

Das Problem: Es gibt keine systematische Nachverfolgung. Ob ein Lead nachgefasst wird, hängt davon ab, ob Max heute daran denkt.

Typische Symptome:

  • Leads "verschwinden" im CRM
  • Pipeline-Meetings zeigen immer dieselben stagnierenden Deals
  • Neue Mitarbeiter wissen nicht, wann sie nachfassen sollen
  • Der Gründer muss ständig nachfragen: "Was ist mit Kunde X?"

Die Kosten: Studien zeigen, dass 80% der Deals 5+ Follow-ups brauchen. Wenn Follow-ups nicht systematisch passieren, verlieren Sie die Mehrheit Ihrer potenziellen Kunden.

Die Lösung: Automatisierte Reminder-Systeme und klare SLAs. Lead kommt rein → Erstkontakt in 24h. Kein Rückmeldung → Follow-up nach 3 Tagen. Definierte Sequenz, nicht abhängig von Erinnerung.

Engpass 3: Operative Aufgaben fressen Führungskapazität

Das Problem: Geschäftsführer und Teamleiter verbringen 80% ihrer Zeit mit operativen Aufgaben statt mit strategischer Arbeit.

Typische Symptome:

  • Der Gründer ist in jedes Meeting eingebunden
  • Entscheidungen warten auf eine Person
  • Urlaub des Chefs = Stillstand
  • Keine Zeit für Prozessverbesserung, weil alle im Tagesgeschäft stecken

Die Kosten: 10-15 Stunden Führungszeit pro Woche für Aufgaben, die delegiert werden könnten. Das sind 40-60 Stunden pro Monat, die nicht in Wachstum investiert werden.

Die Lösung: Systematische Delegation mit dokumentierten Entscheidungskriterien. Nicht "frag mich bei Problemen", sondern "entscheide selbst bis Betrag X / Kunde Y / Situation Z". Lesen Sie dazu auch: [Gründerabhängigkeit lösen](/blog/gruenderabhaengigkeit-loesen-unternehmen-systematisieren).

Engpass 4: Kein Überblick über den Gesamtfluss

Das Problem: Es gibt CRM, Projektmanagement, Buchhaltung, Marketing-Tools. Aber niemand sieht, wie ein Kunde durch alle Systeme fließt.

Typische Symptome:

  • Jede Abteilung hat eigene Dashboards
  • Führungskräfte verbringen Stunden mit Reporting
  • Probleme werden erst sichtbar, wenn sie eskalieren
  • "Das wusste ich nicht" ist ein häufiger Satz

Die Kosten: Reaktives statt proaktives Management. Probleme werden gelöst, wenn sie brennen – nicht bevor sie entstehen.

Die Lösung: Ein zentrales Dashboard für die wichtigsten KPIs über alle Abteilungen. Nicht mehr Daten, sondern die richtigen Daten zur richtigen Zeit.

Engpass 5: Onboarding frisst zu viel Zeit

Das Problem: Jeder neue Mitarbeiter braucht 3+ Monate bis zur vollen Produktivität. Die Einarbeitung ist chaotisch und hängt davon ab, wer gerade Zeit hat.

Typische Symptome:

  • Neue Mitarbeiter stellen immer dieselben Fragen
  • Wissen ist in Köpfen, nicht in Dokumenten
  • Einarbeitung variiert stark je nach Team/Manager
  • Hohe Fluktuation in den ersten 6 Monaten

Die Kosten: Ein Fehlhire kostet 6-9 Monatsgehälter. Langsames Onboarding bedeutet monatelange Unterproduktivität. Fehlende Dokumentation bedeutet Wissensverlust bei Kündigung.

Die Lösung: [Strukturiertes Onboarding](/blog/onboarding-prozess-kmu-neue-mitarbeiter) mit Checklisten, Schulungsmaterialien und klaren Meilensteinen. Ziel: Produktivität in 4-6 Wochen statt 3 Monaten.

Wie Sie Ihre Engpässe identifizieren

Die gute Nachricht: Diese Engpässe sind lösbar. Die schlechte Nachricht: Von innen sind sie schwer zu sehen. Betriebsblindheit ist real.

Drei Ansätze zur Identifikation:

1. Selbstanalyse

Fragen Sie sich:

  • Wo warten Dinge auf mich persönlich?
  • Welche Beschwerden hören wir von Kunden wiederholt?
  • Wo brennt es regelmäßig?

2. Team-Befragung

Fragen Sie Ihr Team:

  • Was frustriert euch am meisten?
  • Wo geht Information verloren?
  • Was würdet ihr ändern, wenn ihr könntet?

3. Externe Diagnose

Lassen Sie jemanden von außen draufschauen:

  • Frische Perspektive ohne Betriebsblindheit
  • Vergleich mit anderen Unternehmen
  • Objektive Priorisierung

Fazit: Engpässe sind Hebel

Jeder Engpass, den Sie lösen, multipliziert Ihre Kapazität. Ein einziger behobener Engpass kann 20-30% mehr Durchsatz bedeuten – ohne neue Mitarbeiter, ohne neue Tools.

Der erste Schritt ist Klarheit: Wo genau liegt der größte Engpass in Ihrem Unternehmen? Wenn Sie das nicht mit Sicherheit beantworten können, lohnt sich eine systematische Diagnose.

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